Ich beschäftige mich seit Jahren mit elektrischen Einrädern, teste neue Plattformen und helfe Ridern dabei, genau das Wheel zu finden, das zu ihrem Fahrstil passt. Eine Lektion bestätigt sich dabei immer wieder: Datenblätter allein verraten selten, welches Wheel wirklich besser ist.
Das KingSong F18 und das LeaperKim Lynx S beweisen genau das. Sie haben eine ähnliche Spannung, Akkukapazität und ein vergleichbares Gewicht, fühlen sich aber völlig unterschiedlich an – und sind auch von Grund auf verschieden gebaut.
Mein Fazit ist eindeutig: Das Lynx S ist das bessere Allround-EUC und das Wheel, für das ich mich persönlich entscheiden würde. Es hat mehr Power, liegt stabiler auf der Straße, ist hochwertiger verarbeitet und vermittelt bei hohen Geschwindigkeiten einfach mehr Vertrauen.
Allerdings punktet das F18 in zwei entscheidenden Bereichen: beim Fahrwerk für technisch anspruchsvolles Offroad-Gelände und beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den passenden Einsatzzweck können diese Vorteile schwerer wiegen als das Gesamtergebnis.
Die Kurzfassung
- Beschleunigung und Drehmoment: Lynx S
- Bremsverhalten und Kontrolle bei High-Speed: Lynx S
- Fahrstabilität auf der Straße: Lynx S
- Agilität bei niedrigen Geschwindigkeiten: F18
- Fahrwerk für technisches Offroad-Terrain: F18
- Verarbeitungsqualität und langfristige Zuverlässigkeit: Lynx S
- Wartungsfreundlichkeit und Software-Features: F18
- Pad-Ergonomie und Werks-Setup: Lynx S
- Reichweite im Alltag: Lynx S, allerdings mit geringerem Abstand als beim Leistungsunterschied
- Preis-Leistung: F18
- Gesamtsieger: LeaperKim Lynx S
Power: Das Lynx S ist spürbar stärker
Das ist der erste Punkt, an dem ich jedem widerspreche, der nur die Nennleistungen der Motoren vergleicht.
Auf dem Papier hat das F18 zwar die höhere Nennleistung in Watt, aber das Lynx S setzt auf den breiteren C42-Motor und liefert spürbar mehr Durchzug, wenn man voll beschleunigt. Der Unterschied ist nicht nur theoretischer Natur: Im direkten Vergleich tritt das Lynx S deutlich aggressiver an, bietet mehr Drehmomentreserven und reagiert wesentlich direkter auf den ersten Antritt.
Das F18 ist keineswegs langsam. Für sich allein gefahren fühlt es sich kraftvoll und souverän an. Steigt man jedoch direkt vom Lynx S um, wirkt es sanfter und kontrollierter statt explosiv. Ein Rider beschrieb das F18 im direkten Vergleich als „träge“ und das Lynx S als deutlich brachialer beim Beschleunigen. Das mag hart klingen, trifft den Charakterunterschied aber ziemlich genau.
Der gleiche Vorteil zeigt sich beim Bremsen. Das Lynx S vermittelt mir deutlich mehr Sicherheit, wenn ich aus hohem Tempo schnell verzögern muss. Das F18 bremst absolut solide, aber das Lynx S fühlt sich in beiden Extrembereichen der Leistungskurve einfach souveräner an.
Das überzeugendste Feedback aus der Community kommt von einem Rider, der tatsächlich beide Modelle besitzt: „Ich habe beide, fahre aber nur noch das Lynx S – es ist dem F18 einfach überlegen.“ Dieser Besitzer sieht das F18 zwar bei der Federung vorn, gibt dem Lynx S aber klar den Punkt bei Bremsen und Ansprechverhalten. Das sagt mir in der Praxis deutlich mehr als reine Watt-Angaben auf dem Datenblatt.
Sieger: Lynx S.
Handling: Verspieltes F18 oder sattes Lynx S
Das F18 fühlt sich auf den Pedalen deutlich leichter an, als das reine Gewicht vermuten lässt. Die höhere Pedalposition sorgt für reichlich Bodenfreiheit, und Richtungswechsel bei niedrigem Tempo gehen extrem leicht von der Hand. Auf engen Trails, im felsigen Terrain und in Passagen, in denen man das Wheel aktiv unter sich arbeiten lässt, ist das F18 die verspieltere Maschine.
Die hohe Standposition hat allerdings auch eine Kehrseite: Manche Rider empfinden das F18 als etwas kopflastig – besonders, solange Pads, Pedalhöhe und Federung noch nicht exakt eingestellt sind. Es belohnt eine sorgfältige Abstimmung und einen aktiven Fahrstil.
Das Lynx S verlangt nach etwas gezielteren Impulsen, wirkt aber keineswegs träge. Sobald es rollt, liegt es extrem satt und souverän. Es zieht im Verkehr und in schnellen Kurven wie auf Schienen seine Bahn und kaschiert Geschwindigkeit hervorragend. Das sorgt für enorm viel Vertrauen – erfordert aber auch Disziplin, denn 50–60 km/h fühlen sich auf diesem Wheel deutlich langsamer an, als sie tatsächlich sind.
Für technisch anspruchsvolle Fahrten bei geringem Tempo bevorzuge ich das F18. Für den Straßeneinsatz, gemischte Routen und zügiges Cruisen spielt das Lynx S in einer ganz eigenen Liga.
Sieger bei technischem Low-Speed-Handling: F18. Sieger auf der Straße und bei High-Speed: Lynx S.

Federung: Das stärkste Argument für das F18
Das Fahrwerk des F18 ist der Hauptgrund, warum ich es ambitionierten Offroad-Ridern gegenüber dem Lynx S empfehlen würde.
Das 100-mm-Vier-Punkt-System kombiniert eine Luftfederung mit einer Stahlfeder-Unterstützung. Richtig eingestellt spricht es feinfühlig an, liefert satten Pop bei Sprüngen und bietet hervorragenden Durchschlagschutz. Ein F18-Besitzer, der zu rund 95 % im Gelände unterwegs ist, entschied sich gezielt dafür, weil es leichter, wendiger und deutlich durchschlagsicherer war. Andere Rider bestätigen genau diesen Eindruck: Das Luftelement bringt Dynamik ins Wheel, während die Stahlfeder Landungen sauber abfängt.
Dieses Fahrwerk ist allerdings nichts für Rider, die einmal einen Druck einstellen und es dann vergessen wollen. Sag, die Abstimmung zwischen Luft und Feder sowie die aufeinander abgestimmten Dämpfungswerte sind entscheidend. Ein schlecht eingestelltes F18 kann sich stelzig und unausgewogen anfühlen – perfekt abgestimmt gehört es jedoch zum Besten, was man auf technischen Trails in dieser Klasse fahren kann.
Die Federung des Lynx S arbeitet als Allround-System für Straße und Trail spürbar harmonischer. Sie schluckt aufeinanderfolgende Bodenwellen souverän und hält das Chassis bei hohem Tempo ruhig. Bei aggressiven Sprüngen oder für Rider, die den Federweg voll ausreizen, bietet das F18 ab Werk jedoch die stabileren Reserven gegen das Durchschlagen.
Sieger im technischen Offroad-Einsatz: F18. Sieger auf schnellen, wechselnden Untergründen: Lynx S.

Verarbeitung: Das Lynx S rechtfertigt seinen Premium-Anspruch
In dieser Kategorie wird der Unterschied am deutlichsten, sobald man hinter die reine Ausstattungsliste blickt.
Das Lynx S setzt auf eine robustere Gesamtkonstruktion, ein sauber gekapseltes Akkugehäuse und deutlich weniger exponierte Bauteile. Dieses Design gibt mir das Vertrauen, dass das Wheel den täglichen Einsatz, Stürze und widriges Wetter problemlos wegsteckt, ohne dass jeder Rempler gleich eine Reparatur nach sich zieht.
Das F18 ist clever durchdacht, wirkt aber unruhiger konstruiert. Es verbaut mehr Kunststoff am Gehäuse, freiliegende Lichtelemente und eine Lautsprecher-Ständer-Kombination am Heck, die den Platz für Custom-Pads stark einschränkt. Genau diesen Punkt bemängeln viele Rider. Selbst zufriedene Besitzer fragen regelmäßig nach, ob spätere Chargen an dieser Kante überarbeitet wurden, da sie die Pad-Positionierung erschwert.
KingSong verdient jedoch Lob dafür, wie servicefreundlich das F18 aufgebaut ist. Der Motor lässt sich extrem schnell ausbauen, und das modulare Konzept ist genial für Reifenwechsel und Wartungsarbeiten. Aber einfache Wartung und strukturelle Stabilität sind eben zwei verschiedene Dinge.
Geht es rein darum, wie schnell man an den Motor kommt, gewinnt das F18. Geht es darum, welchem Wheel man über Jahre hinweg im harten Dauereinsatz mehr zutraut, hat das Lynx S klar die Nase vorn.
Sieger bei der Verarbeitungsqualität: Lynx S. Sieger bei der Servicefreundlichkeit: F18.

Features und Alltagstauglichkeit
Das F18 liefert auf dem Papier mehr Ausstattung fürs Geld: eine funktionsreichere App, umfangreiche Fahrwerkseinstellungen, Lautsprecher, Apple-Find-My-Unterstützung, OTA-Updates und ein starkes Serienladegerät. Wer sein Wheel gerne bis ins Detail konfiguriert, kommt hier voll auf seine Kosten.
Das Lynx S ist bewusst reduzierter gehalten. Es versucht nicht, mit Lautsprechern oder endlosen Feature-Listen zu punkten. Stattdessen überzeugt das Gesamtpaket beim Fahren sofort: die verstellbaren Pedale, die praxisgerechten Werkspads und die aufgeräumten Seitenflächen greifen perfekt ineinander.
Hier wird der vollgepackte Aufbau des F18 zum Nachteil: Die Lautsprecher- und Ständer-Einheit am Heck schränkt die freie Pad-Platzierung ein, während das Lynx S eine klassisch nutzbare Fläche für das Feintuning oder Aftermarket-Pads bietet.
Sieger bei Software und Features: F18. Sieger bei Ergonomie und Pad-Integration: Lynx S.
Reichweite: Ähnliche Akkus, aber ein kleiner Praxis-Vorteil für das Lynx S
Der Unterschied bei der Akkukapazität ist zu gering, um diesen Vergleich allein zu entscheiden. Geschwindigkeit, Außentemperatur, Höhenmeter, Reifendruck und das Fahrergewicht wirken sich in der Praxis weitaus stärker aus als der minimale Kapazitätsunterschied der beiden Packs.
In direkten Reichweitentests unter realen Bedingungen sowie im Feedback von Fahrern, die beide Modelle besitzen, schneidet das Lynx S etwas besser ab. Ich sehe hier also einen leichten Praxisvorteil beim Lynx S – allerdings ist der Abstand nicht groß genug, um die Kaufentscheidung allein daran festzumachen. Beide spielen in derselben Reichweitenliga, und der individuelle Fahrstil macht hier mehr aus als das Datenblatt.
Sieger: Lynx S, mit knappem Vorsprung.
Wofür sich die Community entscheidet
Die wertvollsten Diskussionen in der Community drehen sich nicht um technische Daten, sondern kommen von Ridern, die beide Modelle tatsächlich gefahren sind oder vor der gleichen Kaufentscheidung standen.
Das deutlichste Feedback von Direktbesitzern spricht für das Lynx S. Ein Rider, der beide besitzt, stuft das Lynx S insgesamt als überlegen ein und fährt fast nur noch dieses Modell. Bemerkenswert ist, dass auch er das Fahrwerk des F18 lobt, sich im Alltag wegen Reichweite, Bremsen und Ansprechverhalten aber für das Lynx S entscheidet. Ein Moderator einer großen EUC-Gruppe bezeichnete das Lynx S ebenfalls als das insgesamt bessere Wheel – begründet durch Verarbeitungsqualität, Topspeed, Vielseitigkeit und die ausgereiftere Plattform.
Das F18 hat dennoch seine ganz klare Zielgruppe. Ein Rider mit rund 95 % Offroad-Anteil wählte es wegen seiner Wendigkeit, des gefühlt geringeren Gewichts und der durchschlagsicheren Federung – ohne den Topspeed des Lynx S zu vermissen. In einer anderen Diskussion testete ein Lynx-S-Fahrer das F18, nachdem er monatelang vergeblich versucht hatte, ein optimales Offroad-Setup auf dem Lynx S zu finden. Das Fazit war simpel: Power beim Lynx S versus Federungs-Performance beim F18.
In einer Facebook-Diskussion zum Thema Sicherheit und dem Zurückgewinnen von Vertrauen nach einem Cut-off fiel das Fazit ähnlich eindeutig aus: Stehen Zuverlässigkeit und Sicherheit an erster Stelle, greift man zu LeaperKim. Viele Besitzer beschreiben das Lynx S als zukunftssicheres, wartungsarmes Allround-Paket. Das Gegenargument bleibt konsistent: Wer maximalen Fahrspaß, Tuning-Möglichkeiten, einfache Motorwartung, App-Features und ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, greift zum F18.
Diese Aufteilung deckt sich exakt mit meinen Erfahrungen: Das F18 begeistert Rider, die ein agiles, fein einstellbares Trail-Wheel suchen. Das Lynx S ist für alle gedacht, die ein kompromissloses Performance-Wheel suchen, auf das sie sich in nahezu jeder Situation verlassen können.

Mein Fazit
Stünden beide Wheels vor mir und ich dürfte nur eines behalten: Ich würde das LeaperKim Lynx S wählen.
Es entscheidet die Kategorien für sich, die mir bei einem High-End-Performance-EUC am wichtigsten sind: Beschleunigung, Vertrauen beim Bremsen, Stabilität bei hohem Tempo, Verarbeitungsqualität, Ergonomie und Zuverlässigkeit im Dauereinsatz. Es fühlt sich einfach wie das kompletteste und ausgereifteste Wheel an.
Zum KingSong F18 würde ich nur in zwei Fällen greifen:
- Mein Schwerpunkt liegt fast ausschließlich auf technischen Offroad-Trails, wo die hohen Pedale, das spielerische Handling und der starke Durchschlagschutz echte Vorteile bieten.
- Der Preisunterschied ist so groß, dass das üppige Feature-Paket und die einfache Wartung des F18 den Ausschlag beim Preis-Leistungs-Verhältnis geben.
Für die meisten erfahrenen Rider, die ein einziges Wheel für zügigen Straßeneinsatz, lange Touren und gemischte Trails suchen, ist das Lynx S die bessere Wahl und der verdiente Gesamtsieger.
Wer dagegen maximalen Wert auf verspieltes Handling, knifflige Trails und spezielle Federungs-Performance legt und dafür auf etwas High-Speed-Power und Premium-Finish verzichten kann, findet im F18 die spezialisiertere – und auf dem Trail womöglich spaßigere – Option.
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